Nach vier Jahren Laufzeit endet das gemeinsame Pilotprojekt CAMIL (CampusbusIlmenau), das sich dem automatisierten Fahren im öffentlichen Personennahverkehr im Ilm-Kreis widmete. Initiiert wurde das Projekt 2021 vom Landkreis, der Stadt Ilmenau, dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) an der Technischen Universität Ilmenau und der IOV Omnibusverkehr GmbH Ilmenau.
„Ziel war es, automatisiertes Fahren im öffentlichen Raum unter realen Bedingungen zu erproben und herauszufinden, wie sich diese Technologie in bestehende Verkehrssysteme integrieren lässt. Genau das ist uns in den vier Jahren Projektzeit gelungen“, erklärt Prof. Kai-Uwe Sattler, Präsident der TU Ilmenau. „Wir konnten wertvolle Erkenntnisse zur technischen Machbarkeit, zur Integration in den laufenden Betrieb und zur gesellschaftlichen Akzeptanz gewinnen – ein Meilenstein für Forschung und zukünftige Mobilitätslösungen im ländlichen Raum.“
Das Projekt endet am 9. Juni 2025. Der automatisierte Fahrgastbetrieb auf der speziell dafür eingerichteten Stadtlinie D zwischen Ilmenauer Hauptbahnhof und Campus der TU Ilmenau wurde aufgrund einer baustellenbedingten Linienumstellung jedoch schon zum 19. Mai 2025 eingestellt.
Landrätin Petra Enders betont: „Mit dem Pilotprojekt CAMIL konnten wertvolle Erfahrungen zum Einsatz von automatisierten Fahrzeugen in der Personenbeförderung gesammelt werden, die die Grundlage für künftige Projekte im Ilm-Kreis bilden.Autonomes Fahren ist längst kein Zukunftstraum mehr, sondern eine konkrete Chance, die den Alltag der Menschen hier bei uns im Landkreis erleichtern kann. CAMIL war für uns ein erster Schritt – weitere sollen folgen.“
Das gemeinsam von der Stadt Ilmenau und dem ThIMo mit Fördermitteln des Bundes beschaffte Forschungsfahrzeug P:MOVER kann bereits heute noch höher automatisiert und mit größeren Fahrgeschwindigkeiten eine erweiterte Strecke befahren, die komplexe Elemente wie Bahnübergänge und Lichtsignalanlagen umfasst.
Perspektivisch liegt der Fokus auf automatisierten, flexibel einsetzbaren Fahrzeugflotten, die ohne Fahrpersonal betrieben und zentral überwacht werden können. „CAMIL und P:Mover sind entscheidende Teilerfolge auf dem Weg zu einerModernisierung des ÖPNV und zur Bewältigung des Fachkräftemangels im Verkehrssektor“, ergänzt Prof. Matthias Hein, Direktor des ThIMo.
Auch Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß zieht ein positives Fazit: „CAMILhat die Attraktivität des Stadtverkehrs gesteigert und Ilmenau als Innovationsstandort gestärkt. Die Erfahrungen aus diesem Projekt waren entscheidend dafür, dass wir bei P:Mover bereits mit höheren Geschwindigkeiten operieren konnten. Damit nähern wir uns dem Ziel, eine bessere Anbindung des ländlichen Raums an die Kernstadt zu erreichen und perspektivisch aus dem Reallabor Ilmenau heraus praxistaugliche Alltagsanwendungen zu entwickeln.“
Sarah Höring, Geschäftsführerin der IOV Omnibusverkehr GmbH Ilmenau, ergänzt: „Für uns als Verkehrsunternehmen war CAMIL eine spannende Herausforderung und ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft. Die enge Zusammenarbeit mit Forschung und Verwaltung hat gezeigt, wie Innovationen praxisnah umgesetzt werden können. Dieses Wissen nehmen wir mit in unsere weiteren Planungen.“
Landrätin Petra Enders ergänzt: „Das Projekt hat deutlich gemacht, dass die Verbindung zwischen Technologie- und Gründerzentrum und Innenstadt nicht nur genutzt, sondern auch dringend gebraucht wird.“ Auch nach dem offiziellen Projektabschluss bleibt die Linie D damit Teil des Ilmenauer Stadtverkehrs.
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